EU-Bio-Logo: Jetzt abstimmen!

EU-Bio-Logo
Bis zum 31.1.2010 kann jeder online über das neue EU-Bio-Logo abstimmen. Mitmachen lohnt sich, denn immerhin wird uns das neue Logo die nächsten Jahre auf Schritt und Tritt - zumindest aber beim Einkaufen - verfolgen/begleiten. Das Chaos der unterschiedlichen Ökosiegel lässt sich ohnehin nicht mehr rückgängig machen, also sollte das neue EU-Ökosiegel zumindest halbwegs ahnsehnlich sein.

Hier über das neue Bio-Siegel der EU abstimmen!


Bild:Europäische Komission Landwirtschaft /ländliche Entwicklung

Betrug mit Biobaumwolle

Bio- und Ökosiegel sind eine feine Sache, denn sie helfen dem Käufer, sich im Markt zu orientieren. Sie basieren auf Kontrolle und - noch wichtiger - auf Vertrauen. Problematisch wird es dann, wenn einer der Marktteilnehmer betrügt. Denn dann ist das Vertrauen ganz schnell weg und das beste Siegel nichts mehr wert. Derartiges passiert nach Recherchen der ftd gerade in der Textilbranche: Indische Baumwollproduzenten sollten Biobaumwolle liefern und haben entgegen der Richtlinien gentechnisch veränderte Baumwolle verschickt. Betroffen sind unter anderem Unternehmen wie C&A, H&M sowie Tchibo. In der Branche darf man sich jetzt nicht nur Gedanken um bessere Kontrollmechanismen machen, sondern vor allem um die eigene Glaubwürdigkeit. Denn dem Kunden ist es - zurecht - egal, wer dafür sorgt, dass ein Label wie "Textiles Vertrauen" (Hinweis: Ökotex steht nicht in Zusammenhang mit dem von der ftd genannten Fall) für einwandfreie Ware garantiert. Für ihn steht der Laden, bei dem er kauft im Blickkpunkt.
Die Exklusiv-Story über den Biobaumwolle-Betrug bei ftd.

Ritter Sport - Interessenkonflikt durch Bioschokolade?

bioschokolade
Wenn man als koventioneller Hersteller wie Ritter Sport (genauer, die Alfred Ritter GmbH & Co. KG) in den Ökobereich expandieren will, gibt es viele Stolpersteine. Akzeptieren die Verbraucher das Engagement? Wie sieht es mit der Glaubwürdigkeit aus? Da ist es doch schön, wenn man sich ein bisschen Hilfe von einem Ökoverband oder einer ähnlich ökologisch korrekten Vereinigung holen kann. Dort bekommt man Tipps, lernt nette Menschen kennen und vielleicht wirkt sich die Mitgliedschaft/das Engagement am Ende ja auch noch positiv aufs eigene Image aus.

Die Alfred Ritter GmbH & Co. KG ist also Mitglied im AÖL - der Assoziation ökologischer Lebensmittelhersteller. Zwar stellt der Schokolodenproduzent im Gegensatz zu den meisten anderen AÖL-Mitgliedern den Großteil seiner Produkte konventionell her, aber man hat immerhin auch Bioschokolade im Angebot. Anscheinend verlangt der AÖL keine 100% ökologische Produktpalette. So weit, so gut - was stutzig machen sollte, ist die Satzung des AÖL - besonders § 2:
  • Förderung des Umwelt- und Verbraucherschutzes unter Berücksichtigung ökologischer Gesichtspunkte;
  • Die Förderung des Wertebewusstseins für Lebensmittel und des Wissens über Qualität und Sicherheit von ökologischen Lebensmittel;
  • Die Sicherung einer transparenten Deklaration von Lebensmitteln;
  • Auf die Fortbildung der einschlägigen Normen für ökologische Lebensmittel hinzuwirken sowie möglichen Missständen aller Art entgegenzuwirken
  • Entwicklung gemeinsamer Strategien zur Entwicklung des Marktes für Öko-Lebensmittel.
Da stellt sich die Frage, wie diese Selbstverpflichtung durch die Mitgliedschaft im AÖL mit der Tatsache zusammengeht, dass Ritter Sport nach einer Untersuchungen der Verbraucherzentralen besonders schlecht bei der Kennzeichnung von Lebensmitteln abschneidet?
"...Besonders schlecht schnitten bekannte Produkte von Ferrero, Storck oder Haribo ab. So war nur ein einziges von 36 untersuchten Ferrero-Produkten mit der Angabe zum Zuckergehalt versehen. Noch krasser die Firma Ritter Sport: keines ihrer Produkte war entsprechend gekennzeichnet. Positiv hingegen: Danone, Zentis und Iglo. Insgesamt war bei 33 der 50 untersuchten Hersteller, also bei 68 Prozent, die Kennzeichnung unbefriedigend. Lediglich bei 18 Prozent konnte sie als gut bezeichnet werden..." Nachzulesen hier.
Ist ja nur eine Frage.

Bild: Astrid Walter